Bitte keine Prophetenwitze
Ich besuche gerade einen Arabisch-Intensivkurs am Landsspracheninstitut Bochum. Wir Sprachschüler unterhalten uns natürlich viel über die arabische Welt erzählen uns Anekdoten von unseren Reisen. Dabei ist mir ein kleines interkulturelles Missgeschick wieder eingefallen, dass mir während meines ersten Ägyptenaufenthaltes passiert ist.
Ich war gerade in Kairo angekommen. Eine Freundin aus Münster hatte mich in Empfang genommen. Sie nahm mich zu einem Treffen mit einigen ägyptischen Freunden mit: Alles junge Männer, die in Texas studiert und danach in Kairo ein offenbar gut laufenden Reisebüro aufgebaut hatten. Weltgewandt und auf Spaß aus – in ihrem Büro wurde als erstes ein Joint angezündet.
Später saßen wir in einem Café und fingen an, der Reihe nach Witze zu erzählen. Ich kann mir nicht gut Witze merken, aber drei habe ich mir eingeprägt. Wenn ich in die Verlegenheit komme, packe ich einen von ihnen aus – oft folgen dann auch die anderen zwei – und erzähle ihn sehr ausgeschmückt und lebendig.
Nun muss Super-Man das Arschloch spielen
Als ich dran war, erzählte ich meinen Jesus-Witz. Ich hatte noch überlegt, ob ich das wirklich tun sollte. Die Jungs waren zwar Muslime, aber auch im Islam ist Jesus eine wichtige Figur, ein bedeutender Prophet. Und in dem Witz wird er als Arschloch dargestellt und auch bezeichnet. Ich hatte also Bedenken, aber gleichzeitig hat es mich wahnsinnig interessiert, wie diese lustigen Jungs reagieren würden. Also legte ich los.
Niemand hat über die Pointe gelacht. Ich erntete eisiges Schweigen, das nur kurz gebrochen wurde, um mich auf die Bedeutung Jesus’ für den Islam hinzuweisen. Die Runde löste sich schnell auf, die Jungs habe ich nie wiedergesehen.
Wenn ich in der arabischen Welt jetzt diesen Witz erzähle, tausche ich Jesus gegen Super-Man aus.
Wenig später trat die dänische Jyllands Posten mit Muhammed-Zeichnungen den Karikaturenkonflikt los. Über den habe ich meinen ersten Text für sueddeutsche.de geschrieben.
Alles fürchtet die Zeit. Die Zeit aber fürchtet die Pyramiden.
Jeder Mensch hat zwei Heimaten: Seine eigene und Syrien.
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Andre Parrot (Ehemaliger Direktor des Louvre)
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Die Sammlung meiner Artikel, die ich für sueddeutsche.de geschrieben habe. Nach und nach werde ich auch die einzelnen Artikel hier in diesem Blog einfügen.
Für das Buch “Kollektive Identitäten im Nahen und Mittleren Osten: Studien zum Verhältnis von Staat und Religion” habe ich mit Maximilian Felsch den Aufsatz über die Identitätskonstruktion der ägyptischen Muslimbrüder geschrieben.

Ein Portrait, dass ich für ddp über einen Rentner geschrieben habe, der sich in der Entwicklungszusammenarbeit engagiert.
Ein Text, den ich über die Kinderarbeit in den Minen des Cerro Rico in Bolivien geschrieben habe und der anlässlich der Jahresaktion 2010 (www.dpsg.de/aktionen/jahresaktion2010/cms/) im DPSG-Magazin “mittendrin” erschienen ist. (PDF-Datei)
Traditionelle indigene Masken in einem Museum in La Paz, Bolivien.
Kostüm beim Urkupiña-Umzug in Quillacollo bei Cochabamba, Bolivien. Die Urkupiña findet an Maria-Himmelfahrt statt – und vereinigt Elemente der Marienverehrung mit dem Glauben an Pacha Mama (Mutter Erde).
Die Uni Freiburg hat Studenten mit einem IQ über 130 von den Studiengebühren befreit. Ich habe für sueddeutsche.de darüber geschrieben.
Vorsicht, das kostet: Das Sprachinstitut Erasmusplus ködert Studenten mit angeblichen Stipendien. Ich habe für sueddeutsche.de aufgeschrieben, wie der Etikettenschwindel funktioniert.
Die Polizei hat in einer Razzia an verschiedenen deutschen Universitäten Seminarlisten kassiert. Die Durchsuchungsbeschlüsse sind mit dem Paragraphen 129a des Strafgesetzbuches begründet: “Bildung einer terroristischen Vereinigung”. Ich habe für sueddeutsche.de darüber geschrieben.
Eine kleine Geschichte, die ich für sueddeutsche.de geschrieben habe.
Artikel, den ich für sueddeutsche.de über die “Globale Islamische Medienfront” geschrieben habe. Die veröffentlicht islamistische Videos mit deutschen Untertiteln. Sie wendet sich nicht nur an deutschsprachige Islamisten, sondern scheint auch hier verwurzelt zu sein.
Zwei Jungen in Bulaq ad-Dakrur (بولاق الدكرور), einem ärmlichen Stadtteil Gizehs.